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Seele sucht Sinn


...wurden diese Seiten getauft, denn Sucht kommt von


betäubten Träumen 
verdrängten Sehnsüchten 
verschluckten Tränen
erfrorenen Gefühlen

Häufig gestellte Fragen - FAQs

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Jeder kann süchtig werden. Jeder Mensch, der fühlen und denken kann, jeder, der neugierig ist, wird irgendwann im Laufe seines Lebens auf Substanzen stoßen, die schlicht Spaß machen. Er trinkt dann zum Beispiel Alkohol und ist gut drauf. Der Alkohol wird so zum Verstärker, zur Belohnungssubstanz. Der Mensch ist ein hedonistisches Wesen. Und auch Sucht beginnt als lustbetonter Gebrauch eines Stoffes. 

Wird die Substanz dann zur Problemlösung in einer Art Selbsttherapie eingesetzt, hat der Marsch in die Sucht begonnen. 

Schließlich wird die lustbetonte Drogenwirkung in stammesgeschichtlich archaischen Hirnstrukturen abgelegt und beinahe so tief verankert wie Sexualität oder Hunger.

Das ist der Grund dafür, warum ein Entzug so schwierig ist. Denn der Süchtige muß sich etwas ausreden, das ganz fundamental im Gehirn verankert ist. (Walter Zieglgänsberger, Hirnforscher)

 ALKOHOL

Der Alkohol ist dem Menschen von altersher bekannt. Kein anderes Genußmittel erfreute sich über Jahrtausende so nachhaltiger Beliebtheit wie die alkoholischen Getränke, und dies trotz der seit langem bekannten Gefahren und gesundheitsschädigenden Folgen. Das hartnäckige Festhalten an den überkommenen Trinkgewohnheiten läßt vermuten, daß elementare Empfindungen und Wunschvorstellungen durch das Alkoholtrinken angesprochen werden. Anders läßt es sich wohl kaum erklären, daß der Alkoholgebrauch bereits vor tausenden von Jahren so große Verbreitung fand und sich daran bis heute, trotz des tiefgreifenden sozialen und kulturellen Wandels, nichts geändert hat.

DAS PROBLEM

Einige Zahlen vorweg:
In Deutschland werden im Jahr ca. 20 Milliarden Euro für alkoholische Getränke ausgegeben. Der Alkohol-Pro-Kopf-Konsum/Jahr liegt in Deutschland bei etwa 12 Liter reinem Alkohol. Die Zahl der behandlungsbedürftigen Alkoholkranken wird auf etwa 3.000.000 geschätzt. Davon sind ca. 900.000
Frauen und 300.000 Jugendliche  (unter 25 Jahre). Mindestens 6 Mio. Angehörige sind in Mitleidenschaft gezogen.
Die Kosten aus den Folgen des Alkoholkonsums sind in ihrer Gesamtheit schwer zu ermitteln. Arbeitgeberverbände sprechen von 15 Mrd. pro Jahr. Jeder 20. Arbeitnehmer sei Alkoholiker, jeder 10. gelte als akut gefährdet.
75.000 werden jährlich ein- oder mehrmals in Kliniken entgiftet, nur 30.000 erhalten jährlich fachkundige therapeutische Hilfe. 30.000 Menschen sterben jährlich an den schädlichen Folgen des Alkohols. Die volkswirtschaftlichen Schäden von Alkoholismus sind extrem hoch: Todesfälle, Krankheit, Unfälle, Kriminalität, verminderte Erwerbstätigkeit und Bekämpfung des Alkoholismus produzieren Kosten in Milliardenhöhe.
Ein 45jähriger pensionierter Suchtkranker kostet die Gesellschaft mehr als eine viertel Million Euro. Die Kosten für ambulante beziehungsweise stationäre Behandlung liegen zwischen 1.500 und 18.000 Euro. 
Alkoholismus ist eine Krankheit, die sich nicht auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe beschränkt. Sie betrifft alle sozialen Schichten und jede Altersgruppe.

Nur 2 Prozent der Alkoholkranken schaffen es, dauerhaft trocken zu bleiben. Meist sind es jene Abhängigen, die ganz unten waren und schließlich Unterstützung bei einer Selbsthilfegruppe oder in einer Beratungsstelle gesucht haben. Um nicht rückfällig zu werden, muss dem Alkoholkranken klar sein, dass es nur einen Weg aus der Krise gibt: lebenslanger Verzicht auf jeden Tropfen Alkohol.
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, und es ist keine Schande, Alkoholprobleme zu haben. Schuldzuweisungen sind sinnlos, da die Gründe für die Abhängigkeit vielfältig und oft ungeklärt sind.

Körperliche Abhängigkeit kündigt sich nicht an, sie ist nicht plötzlich da, sie entwickelt sich langsam und fast unmerklich.

Zur Frage: "Bin ich Alkoholiker ?":
Kaum eine Grenze wird sorgfältiger verschleiert als jene zwischen dem "sozialen Trinken", das als alltäglich und normal gilt und der beginnenden Alkoholabhängigkeit. Das der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, liegt in der Angst vor der gesellschaftlichen Ächtung, mit Alkohol nicht umgehen zu können. Den typischen Alkoholiker gibt es jedoch nicht, jedes Alkoholproblem ist so einzigartig wie der Mensch, der es hat. Fast jeder, der ein Alkoholproblem hat,  leugnet es sich selbst gegenüber und nach aussen. Die getrunkene Menge ist unerheblich, entscheidend ist das Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit. 

Alkoholabhängigkeit wird allmählich erworben (gelernt) und hinterläßt im Gehirn dauerhafte chemische Spuren. Das Belohnungszentrum im Gehirn wird durch Alkohol angesprochen, daher ruft Alkoholgenuß im Gehirn eine positive Wirkung hervor. Diese positive Wirkung soll dann immer wieder erreicht werden, vor allem wenn das Leben sonst wenig Angenehmes bietet, daher wird immer wieder getrunken, das Trinken wird stabilisiert. (Prinzip der Sucht).


LÖSUNGEN

Für jeden alkoholabhängigen Menschen gibt es Hoffnung, jeder Mensch kann seine Alkoholprobleme verändern, und zwar mit Erfolg. Denn: Trinken ist erlernt, Alkoholismus ist nicht angeboren. Bei der Behandlung des Alkoholismus müssen neben den eigentlichen Trinkgewohnheiten und dem Alkoholkonsum immer alle Faktoren des umfangreichen Bedingungsgefüges angegangen werden: Die Person selbst mit ihrer psychischen, beruflichen und wirtschaftlichen Situation, die Familie und das soziale Umfeld.

Zur Motivation, die erst erlangt werden muß, gehören nach und nach 6 Grundsätze:
- Notwendigkeit für Veränderungen erkennen. "So geht es nicht mehr weiter".
- Hilfsbedürftigkeit feststellen. "Ich schaffe es nicht mehr allein".
- Angebotene Hilfe akzeptieren. "Ich lasse mir helfen".
- Abhängigkeit anerkennen. "Ich bin ein(e) Alkoholiker(in)."
- Abstinenzgebot akzeptieren. "Ich darf überhaupt keinen Alkohol mehr trinken."
- Allgemeine Lebens- und Verhaltensänderungen zum Ziel setzen. "Ich muß mein Leben anders gestalten, wenn ich endgültig vom Alkohol loskommen und nicht mehr rückfällig werden will."

Medikamente können keinesfalls die Alkoholabhängigkeit bekämpfen, da sie weder das Trinkverhalten noch psychische und soziale Gründe für die Alkoholabhängigkeit verändern.
Rückfälle sind häufige Ereignisse im Verlauf der Alkoholkrankheit. Diese führen keinesfalls immer in die katastrophalen früheren Trinkgewohnheiten. Rückfälle sind eine Chance zu erkennen, daß noch nicht alles Problematische geklärt und behandelt wurde.

Rückfälle gehören zum Krankheitsbild von Sucht und Abhängigkeit, aber wehe, wenn jemand einen Rückfall hat, dann sind das Leid und die Enttäuschung groß, die beste Voraussetzung, es nicht bei dem einen Rückfall zu belassen. Beser ist es, einen Rückfall als Gelegenheit anzusehen, etwas Verborgenes in sich selbst zu entdecken, was noch verborgen geblieben ist: Rückfall=Krise=Chance auf Veränderung. Rückfälle sollten entdramatisiert und entpathologisiert werden. Rückfälle sollten zum Überlegen veranlassen, wo im Veränderungsprozess weiterzumachen, was noch zu erledigen ist, statt wieder von vorne anzufangen.

Wege aus der Sucht

Lange Rede, kurzer Sinn:

Allleine schafft es keiner vom Alkohol los zu kommen, da braucht man sich nichts vor zu machen.
Hilfe finden Betroffene wie Angehörige beim Lukas-Werk und Selbsthilfegruppen wie den Anonymen Alkoholikern (Betroffene) oder Al-Anon (Angehörige).

Durch diese Türen lohnt es sich zu gehen.