Die Sondermüll-Deponie ist gefüllt
61 000 Kubikmeter Sonderabfälle fanden in dem Betonbehälter Platz – Alarmpläne außer Kraft gesetzt

Von Karl-Ernst Hueske
WOLFENBÜTTEL/KLEIN BIEWENDE. Wie ein unbekanntes Flugobjekt (UFO) wirkt die Schering-Deponie für Sonderabfälle in der Hügellandschaft zwischen Klein Biewende und Timmern. Das UFO ist jetzt gefüllt. Es wird allerdings nicht wegfliegen, sondern für immer vor Ort bleiben.
Am 13. November 1999 lautete die Überschrift in unserer Zeitung: "Im UFO ist noch reichlich Platz vorhanden". Damals war die Sondermülldeponie gerade einmal zur Hälfte gefüllt. Da das damalige AgrEvo-Werk (Nachfolger von Schering) in Wolfenbüttel 1997 seine Galvano-Fertigung eingestellt hatte, fielen in Wolfenbüttel kaum noch Sonderabfälle an, die in der Deponie abgelagert werden konnten.
Das ARD-Umweltmagazin "Globus" hatte die 1980 auf dem 20 000 Quadratmeter großen Gelände bei Klein Biewende gelegene Anlage kurz nach ihrem Bau in einem Beitrag als "modernste Sondermülldeponie Europas" beschrieben.
36 Meter tief und 47 Meter breit ist der aus 14 Betonringen zusammengesetzte Behälter. Er ist von fünf Meter starken Tonschichten umgeben. 61 000 Kubikmeter Sonderabfälle passen hinein, hat Dr. Kurt Kühne errechnet.
Dr. Kühne gehörte einst dem Schering-Werk, all seinen Nachfolgefirmen (AgrEvo und Aventis) und heute der Firma BayerCropScience als Umweltexperte an.
1999 war davon ausgegangen worden, dass die Deponie mit Sondermüll aus anderen Schering-Standorten recht schnell gefüllt werden kann. Es dauerte allerdings bis Ende 2004, ehe die Deponie endgültig gefüllt war. Zuletzt wurden noch schwach- und mittelbelastete Böden hineingebracht, berichtete Dr. Kühne.
In den nächsten Monaten erfolgt die Rekultivierung der Anlage. Zuvor muss allerdings noch das UFO-Dach abgebaut werden.
Bestehende Alarmpläne für die Feuerwehren der umgebenden Ortschaften konnten inzwischen außer Kraft gesetzt werden. Darüber informierte Dr. Kühne Vertreter der Feuerwehren und Gemeindevertreter bei einer Veranstaltung vor einigen Tagen auf dem Deponie-Gelände. Diese Versammlung war auch als Dankeschön für die Feuerwehren gedacht, die Anfang der 80-er Jahre einmal auch bei einem Deponiebrand zum Einsatz kamen.
Auch nach der Rekultivierung wird die Anlage weiterhin im Besitz der Firma Schering bleiben, was Asse-Samtgemeindebürgermeister Siegbert Pfeifer sehr am Herzen lag.
Sie wird auch weiterhin überwacht werden, berichtete Dr. Kühne. Allein 56 Beobachtungsbrunnen gibt es auf dem gesamten Deponiegelände.
Samstag, 26.02.2005
Quelle: newsklick