Tunnel in Wolfenbüttel
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Der Scheringtunnel oder Fledermaustunnel
Der Scheringtunnel, oder auch Fledermaustunnel, ist ein Fußgängertunnel von der B4 (etwa Höhe Stadtbad) zum Scheringgelände (heute: Bayer Crop-Sience). Der Eingang an der B4 ist relativ leicht zu finden, er liegt gleich neben der ebenfalls verrottenden Skaterbahn.
Zur Erforschung des Tunnels schnallten wir
eine Digicam auf Styropor und gaben dem Ganzen einen Stoß:
(OK, OK, ein Stromerzeuger und ein Halogenstrahler waren auch dabei....)
Hier sind die Videos der ersten Tunneleinfahrt:
später wurde der BAT EXPLORER geschaffen:
Da der Tunnel mindestens 115m lang ist, mussten Sender und Empfänger optimiert werden. Der Empfänger erhielt einen Vorverstärker, längere Antenne und Masseankoppelung ans Wasser.
Die Funkverbindung riss jedoch bald im Tunnel ab, die Tiefe vom ersten, einfacheren Versuch konnte nicht erreicht werden. Wie dieser Tunnel erforscht werden kann (ohne das Gitter oder die Tür zu beschädigen versteht sich!) blieb zunächst unklar...
Doch wo befindet sich der andere Ausgang des Tunnels? An
der Halchterschen Str. nicht.
Im lila markierten Bereich befindet sich ein Dialysezentrum. Der Bereich ist
zugänglich. Kein Anzeichen eines Tunnels. Rechts davon war nie
Schering-Werksgelände. Also kann der Ausgang nur zwischen der Halchterschen
Str. und der rückseitigen Werksmauer (gelb gestrichelt) liegen. Der nähere
Bereich der Werksmauer scheidet auch aus, oder sieht dort jemand Anzeichen eines
(ehemaligen?) Tunneleingangs?:
Inzwischen hatten weitere Zeitzeugen glaubhaft gemacht,
dass der andere Eingang zugeschüttet worden war, wohl aus Gründen der
Verantwortlichkeit. (Danke Frau F. vom Ordnungsamt!)
Der Tunnel hatte einst der Bahn gehört, wurde dann von der Stadt gekauft und
dann wieder verkauft. Unbekannt ist immer noch: das Entstehungsjahr (Im
Niedersächsischen Staatsarchiv sah ich aber eine Gleisanlagenkarte aus dem
Jahre 1939 - ohne Tunnel), das Jahr der Schliessung (1978 bei der Explosion und
dem Großbrand bei Schering war er noch offen. Mindestens seit 1986 ist er
geschlossen), und der jetzige Eigentümer des Tunnels (könnte es der
Naturschutzbund sein??).
Weiter kommen wir erst, als wir den Feuerwehrplan von Bayer Crop-Sience
(den ich NACHTS abfotografieren musste - Danke an den Pförtner!), die Zeichnung zum geplanten
Stadtsarnierungsprogramm (aus dem Jahre 1972) und ein aktuelles Sattelitenbild übereinander platzieren:
(2 von den 4 schwarzen Rechtecken sind die Verbretterungen
der "kurzen Unterführung".
Diese Punkte wurden zum Ziel einer Revision ernannt:
..was
ergab, dass es oberirdisch keine Anhaltspunkte gibt, ausser einem zu
geschraubten Gullideckel ( 52° 9'19.04"N; 10°32'16.30"E)
Dieser Ausschnitt lässt hoffen: ist die "kurze Unterführung" evtl. doch mit dem Fußgängertunnel verbunden? gibt es eine Querverbindung?
Genau genommen kann der eingezeichnete Tunnel (rechts im Bild) ja nicht der Mittelgang zwischen den Verbretterungen sein, denn er liegt rechts der Mitte. Also muß er sich wohl auf einer anderen, tieferen Ebene befinden. Logisch, der Fledermaustunnel ist ja auch tiefer gelegen.
Wenn..... es so wäre, kann man womöglich mit einem Schlauchboot rein, und kommt hinter dem Gitter wieder an...?!?...
Das bisher letzte Forschungsergebnis besagt:
"Besorg Dir erstmal eine vernünftige Taschenlampe, wenn Du einen Tunnel
erkunden willst"!
Stimmt! Damit erkennt man mehr, als mit ner schwimmenden
Digicam....

Inzwischen ist klar: Der Eingang lag etwa 20m entfernt vom Bürgersteig, etwa auf der gestrichelten Linie. Der Scheringtunnel ist geradlinig und ohne Abzweigung. Damit kommt bereits nur die Strecke vom Knick der gestrichelten Linie (heute bebaut) bis zum Zaun in Frage.
Bilder vom Landesvermessungsamt Niedersachsen:
Hier deutlich erkennbar, die Gleisführung am alten Güterbahnhof (den es schon seit mehr als 30 Jahren nicht gibt)! :
In den Skalierungen 1: 10.000 und 1:5.000 ist deutlich der Tunnel eingezeichnet!!!:
Diese Bilder sind noch über:
Scheringwerk Wolfenbüttel, um 1950 (Haupteingang Vorderseite / Rückseite):
Und hier um 1970:
Die Geschichte des Wolfenbütteler Scheringwerkes ist hier nach zu lesen.
Die Sondermüll-Deponie der Schering AG und Infos zu Folgefirmen
Auf den Hinweis einer älteren Mitbürgerin hin, es gäbe auf der anderen Seite der Skaterbahn noch einen 2ten Tunnel, wurden wir an der Bahnböschung fündig:
Wenn man sich am Müll vorbei durch die Türöffnung
windet, bekommt man etwas Erstaunliches zu Gesicht:
Gerade durch blickt man auf eine Spiegelverkehrte Öffnung derer, in der man
sich befindet. Es ist die, unter der 2ten Verbretterung. Nach links sieht man
Beton, Stahlträger und ein Bisschen Licht scheint durch von aussen. Rechts,
nach etwa 15m kommen nochmal 2 zugeschüttete Öffnungen.

Von aussen sieht man da nichts mehr. Zwischen den beiden
verschütteten Öffnungen rechts ist nur eine Betonwand, Seltsam!!! Da sollte
ein Gang sein, oder nicht? Siehe Overlaykarten
weiter unten.
Der mittlere Bereich
ist voller Wasser. Am Wasserrand sind viele weisse Fäden - sind wohl Wurzeln.
Ein Gespräch mit einer weiteren Zeitzeugin ergab, dass es sich um eine einfache Bahnunterführung handelt. Die Sorte, aus der alte Bahnhöfe bestehen: ein Gang unter den Gleisen durch und beidseitig Treppenaufgänge. Das macht Sinn und passt zur Bauform, der Mauer am Ende, usw. .
Unter Leitung des Generaldirektors der
Herzoglich Braunschweigisch-Lüneburgischen Generaldirektion der Eisenbahnen,
Philipp-August von Amsberg, wurde im Braunschweiger Herzogtum die 1. Deutsche
Staatsbahn im Jahre 1838 gebaut.
Am 01. Dezember 1838 wurde der erste
Streckenabschnitt von Braunschweig bis nach Wolfenbüttel eröffnet.
Um für den Personenverkehr in das stille
Städtchen Wolfenbüttel eine Attraktion zu schaffen, ließ die herzogliche
Eisenbahndirektion ein Ausflugslokal im Stil eines Kaffeegartens errichten.
Das im Mai 1839 eingeweihte Kaffeehaus erhob sich auf den Substruktionen der ehemaligen Bastion Karlsberg im Süd-Osten der Stadt, in Sichtweite des Bahnhofs.
Für das romantische Bahnhofsgebäude wie für die damit verbundene Ausflugsstätte lieferte der Herzoglich Baunschweigische Hofbaumeister Carl Theodor Ottmer die Pläne.
Das von ihm 1838 in englisch-neugotischen Formen errichtete eingeschossige Bahnhofsgebäude ist nicht mehr erhalten. Sein Aussehen ist aber z.B. auf einer Radierung von 1839 dokumentiert:

Carl Wehrt „Der Eisenbahn-Hof zu Wolfenbüttel“, Radierung, 1839
Vom Empfangsgebäude ist die gleisseitige Fassade mit sieben Fensterachsen zu sehen, die wie die Fassade des Bahnhofsgebäudes in Braunschweig symmetrisch aufgebaut war und in der sich z.B. in den Fenstern „gotische Formen“ des Braunschweiger Entwurfes wiederfinden. An der Stadtseite hatte der Bahnhof eine offenen, den Hauptbau dreiseitig umschließende Wandelhalle. Der erste Bahnhof wurde – wie auch in Braunschweig – bald zu klein.
1852 – 1855 entstanden das neue Bahnhofsgebäude und verschiedene Nebengebäude nach den Plänen Carl Ebelings (1816 – 1890). Wie der erste Wolfenbütteler Bahnhof, so zeigt auch der zweite, um 1853 im Rundbogenstil fertiggestellte, eine symmetrische, zur Gleisseite geschlossen wirkende Fassade. An der Stadtseite öffnet sich der Bahnhof zu einer dreiflügeligen Anlage, die 1911 mit einem eingeschossigen, stilistisch angepaßten Vorbau (Eingangshalle) versehen wurde, der früher ein Geländer hatte und vermutlich begehbar war. Einzelne Mauerteile des ersten Bahnhofes sollen beim Bau des zweiten Verwendung gefunden haben. Um 1911 wurden auch weitere eingeschossige Anbauten seitlich an den gelben Sandsteinquaderbau angefügt.
Artikel lesen: Bahnhof wurde endgültig verkauft
um 1720:

und heute:
Auch im Schloss soll es Geheimgänge geben. Manche spekulieren über eine Verbindung zu den Kasematten .....
Übrigens wurde auf dem Schlossplatz ein Kind entführt: