Tunnel in Wolfenbüttel
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Der Seeliger Park gehörte, ebenso wie das darauf
befindliche Haus, einst der Bankiersfamilie
Seeliger. (siehe--> Bankhaus
Seeliger)
Diese Leute hatten anscheinend eine Leidenschaft für Bäume aus aller Welt. So
findet man heute im Seeliger-Park u. A. die Arten Hemlocktanne, Trompetenbaum,
Tulpenbaum, Platane (eine ist geschätzte 120 Jahre alt) und Schwarznuss.
Die Stadt Wolfenbüttel kaufte den Park 1976 und machte ihn der Öffentlichkeit zugänglich.
Etwa 1980 wurde auch die Seeliger-Villa von der Stadt erworben.
Allerdings hatte man der damals 78-jährigen Frau Seeliger Wohnrecht auf
Lebenszeit gewährt. Erst im Jahr 2000 starb Frau Seeliger im Alter von 101 Jahren. Sie hatte bis zu
letzt dort gewohnt.
Die Villa wurde von Louis Seeliger in Auftrag gegeben und ist ein Bauwerk von
Konstantin Uhde . Bauzeit
1898-1899.
Nach neuesten Planungen, soll in der Villa die Niedersächsische
Landesmusikakademie
Einzug erhalten.
1945, als die Besatzer einkehrten, war Herr Seeliger für fünf Tage vom
Erdboden verschluckt. Man vermutet, das er sich in den unter dem Haus
befindlichen Kasematten aufhielt. Vom Haus aus soll es geheime Verbindungen
gegeben haben. Die Pläne hierfür wurden freilich von den Seeligers vernichtet.
So jedenfalls lautete die kundgetane Information auf
Führungen durch die Villa, die etwa 2005-2008 stattfanden.
Dazu erreichte mich im November 2010 diese Nachricht (bzw. Gegendarstellung)
eines Zeitzeugen:
| Hallo, Herr Schmalkoke, besten Dank für Ihre Rückantwort. Ihre Frage, woher ich meine Informationen habe, ist schnell beantwortet: ich bin Zeitzeuge. Von Dezember 1943 bis zum Tod meiner Mutter 1981 haben wir mit dem Ehepaar Carl-Ludwig/Lonny Seeliger zusammen in der Villa gewohnt. Danach bis zum Tod von Lonny Seeliger 10.2000 mit meinen Geschwistern weiter viele Male dort ein- und ausgegeangen. Die Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner am Mittwoch, den 11. April 1945 sind mir in präziser Erinnerung. (Ich war damals 9 Jahre alt) Sie waren durch näher kommenden Gefechtslärm und Tieffliegertätigkeit gekennzeichnet. Die Nacht vom 10.auf 11.4. haben wir wegen der Unsicherheit der Lage im Luftschutzkeller verbracht. Das war seit Anfang 1944 der sog. "Obstkeller", jener Gewölbegang, der westlich (links) unterhalb der Villa liegt, kenntlich durch den aufgesetzten Luftschacht. Der Eingang wurde mit Beginn der Ausgrabungstätigkeit an den Kasematten verschlossen. Ich kann Ihnen versichern, dass Carl-Ludwig Seeliger (C.L.S.) die ganzen Tage vor und nach dem 11.4. anwesend war und sich schon gar nicht versteckt hat. Am 11.4. vormittags beobachtete er, zusammen mit Herrn Oberst a.D. Uhse (Kleines Schloss) vor dem Obstkeller das Geschehen. Mittags marschierten die amerikanischen Truppen über die Goslarsche/Bahnhofstraße ein. In den nächsten Tagen hatte C.L.S. damit zu tun, die Amerikaner, die im Park einen Versorgungspunkt (u.a. zahlreiche Feldküchen u. Inst.-Einrichtungen) eingerichtet hatten, davon abzuhalten, übermäßige Flurschäden zu verursachen. Am Sonntag, 15.4., wurde die Villa von den Besatzungstruppen teilweise beschlagnahmt. In den großen Räumen im Parterre wurde ein Offizierkasino eingerichtet. Die Bewohner, d.h. Seeligers, wir und 2 Flüchtlingsfamilien durften vorerst wohnen bleiben. Im übrigen bezweifele ich, dass C.L.S. irgendwelche Pläne über "geheime Gänge" in den Kasematten vernichtet hat. Warum sollte er das tun? Er interessierte sich für die Geschichte der Kasematten, wusste aber offenbar wenig darüber, jedenfalls weit weniger, als man heute darüber weiß. Von ihm hörte ich damals, dass es einen unterirdischen Gang zur Asseburg gegeben haben soll. Der ist ja bis heute nicht gefunden worden. Vielleicht konnte ich für Sie einen kleinen Beitrag zur Präzisierung Ihrer Kenntnisse leisten. Mit freundlichen Grüßen Georg von Consbruch |
Innendrin erwarten den Besucher Unerwartetes. Eine Führung via Tourist-Information lohnt sich!
Eins sei am Rande erwähnt: die Villa ist alarmgesichert....
Link: Tourist-Information (Tip: --> Führungen & Sehenswürdigkeiten, Museen und Kirchen )
"Kase" kommt von "Casa"=Haus. "Matten" steht
für "Mord". Die Kasematten sind Teil der historischen
Stadtbefestigung Wolfenbüttels.
Unter
der Villa Seeliger befand sich früher der “Lindenberg”, am Leibnizhaus der
“Finkenberg”, am Rosenwall der “Joachimsberg” und an der Stelle der
Strafvollzugsanstalt der Phillipsberg. Einige der alten Gewölbe sind auch
erhalten: unter der Villa Seeliger, in einer Garage der Feuerwache, auf dem Gelände
des Schlossgymnasiums und unter dem “Leibnizhaus” (Restaurant-Bereich).
Kasematte am Schloss. Südlich vom Schloss, an der Grenze zum
Seeliger-Park liegt, unmittelbar neben dem Gymnasium, durch Büsche, Bäume und
Schlingpflanzen versteckt, eine gut erhaltene Kasematte. Vom Park aus selbst im
Winter kaum als gemauerte Konstruktion erkennbar, zeigt sich ein imposantes Gewölbe.
Der ca. 8 x 10 m große Innenraum, mit einer lichten Höhe von etwa 5,50 m
(einstmals zweigeschossige Nutzung) gehört zu einer langen Reihe von
gleichartig gemauerten Gewölben, die sich zwischen der Bastion
"Lindenberg" (Seeliger-Villa) und der Bastion
"Krokodilsberg" (Spinnerei-Parkplatz) unter dem Verteidigungswall
erstreckten.
Bei Freilegungsarbeiten der Kasematte unterhalb der Villa Seeliger fanden die Mitglieder der Festungsgruppe mehr als 4000 Kanonenkugeln und, darüberhinaus, Hinweise auf einen unterirdischen Hafen. Zwischen der unterirdischen Befestigungsanlage und der Oker könnte nach diesen Indizien eine Verbindung bestanden haben.

Unser Kenntnisstand heute. Die rot
gekennzeichneten Teile sind erhalten, bzw. freigelegt und zugänglich.
So wurden die Kasematten vermessen (hier klicken)
Die Gewölbegänge linker Hand:
Der mittlere Gewölbegang (Treppe):
Die Gewölbegänge rechter Hand: